Was bedeutet eigentlich Arbeitsrecht?
Das Arbeitsrecht ist ein umfangreiches, sehr konfliktträchtiges Rechtsfeld. Es umfasst sämtliche Rechtsbeziehungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Das gilt sowohl im Verhältnis von Arbeitgebern zu einzelnen Arbeitnehmern als auch zu Vertretungen der Arbeitnehmer, also Betriebsräte und Gewerkschaften. Die Rechtsquellen sind dabei vielfältig, einschlägige Paragrafen finden sich unter anderem im Bürgerlichen Gesetzbuch, im Kündigungsschutzgesetz, im Jugendarbeitsschutzgesetz und im Arbeitszeitgesetz. Dies sind nur wenige Beispiele, es gibt noch wesentlich mehr Rechtstexte.
Zahlreiche Konflikte mit hohem Streitwert: Guter Rechtsanwalt für Arbeitsrecht ist wichtig!
Bei Streitigkeiten im Arbeitsrecht geht es meist um existenzielle Fragen. Das trifft beispielsweise dann zu, wenn die Rechtmäßigkeit einer Kündigung bestritten wird oder wenn die Höhe von Abfindungen Gegenstand einer juristischen Auseinandersetzungen ist. Die Streitwerte sind meist hoch. Für beide Seiten ist es deshalb dringend empfehlenswert, sich von einem kompetenten Rechtsanwalt für Arbeitsrecht vertreten zu lassen. Eine Niederlage kann teuer werden. Wenn Unternehmer bei einer Kündigungsklage unterliegen, müssen sie einen vielleicht sehr unliebsamen Arbeitnehmer weiter bezahlen. Verliert ein Beschäftigter einen solchen Prozess, muss er sich einen neuen Arbeitsplatz suchen. Es steht also viel auf dem Spiel, deswegen sollte ein Spezialist in diesem Rechtsgebiet beauftragt werden.
Das individuelle Arbeitsrecht: der Arbeitsvertrag als Grundlage
Im Zentrum eines Rechtsverhältnisses zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern steht der Arbeitsvertrag. Arbeitnehmer sollten diesen bereits vor der Unterschrift genau prüfen. Vor allem im Niedriglohnbereich kommt es in jüngster Zeit zunehmend vor, dass vorgelegte Verträge Rechtsverstöße zum Beispiel gegen gesetzliche Überstunden- oder Urlaubsvorschriften beinhalten. Im Zweifelsfall sollte bei einem Rechtsanwalt für Arbeitsrecht oder bei einer Gewerkschaft nachgefragt werden. Streitigkeiten zwischen beiden Seiten entstehen meist dann, wenn Pflichten verletzt werden. So klagen Arbeitnehmer häufig, wenn ihnen Lohn vorenthalten wird oder sie sich mit ungerechtfertigten Abmahnungen oder Kündigungen konfrontiert sehen. Es gab auch schon gerichtliche Auseinandersetzungen wegen Arbeitszeugnissen, Bezahlung von Überstunden oder Verletzung von Vorschriften des Arbeitsschutzes und daraus resultierenden Unfällen. Arbeitgeber beauftragen häufig Fachanwälte für Arbeitsrecht, wenn Arbeitnehmer aus ihrer Sicht unzuverlässig arbeiten, also ihrer Bringschuld nicht nachkommen.
Kollektivarbeitsrecht: Tarifverträge und Mitbestimmung als zentrale Punkte
Arbeitnehmer treten Arbeitgebern auch als organisierte Vertretungen in Form von Gewerkschaften und Betriebsräten entgegen. Auch hier gibt es umfassende rechtliche Regelungen. Zu nennen sind vor allem Tarifverträge und Mitbestimmung. In vielen Unternehmen sind von Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften ausgehandelte Tarifverträge Grundlage der Arbeitsverhältnisse. Bei diesen kann es zu einem juristischen Streit kommen, wenn bestimmte Vereinbarungen in einzelnen Betrieben nicht korrekt angewandt werden. Auch über die Frage, ob Arbeitsniederlegungen rechtmäßig sind, müssen manchmal die Arbeitsgerichte entscheiden. Hinsichtlich der Mitbestimmung entsteht vor allem dann ein grundsätzlicher Konflikt, wenn ein Betrieb die Gründung eines Betriebsrates be- oder sogar verhindert. Eine solche Taktik sollten sich Arbeitgeber gut überlegen. Meist folgt nämlich nicht nur eine Niederlage vor Gericht, sondern zudem eine negative Presseberichterstattung inklusive Imageschaden in der Öffentlichkeit. Aber auch in Unternehmen, in welchen Betriebsräte sachlich mit der Betriebsleitung zusammenarbeiten, kann es zu verschiedenen Auslegungen des Betriebsverfassungsgesetzes kommen und letzten Endes zu einer richterlichen Entscheidung.